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Wirkung, Anwendung und wissenschaftlicher Hintergrund.

Hautpflege Ratgeber - Exfoliation

Exfoliation – Wirkung, Methoden & richtige Anwendung in der Hautpflege

Was bedeutet Exfoliation?

Unter Exfoliation versteht man das gezielte Entfernen abgestorbener Hautzellen von der Hautoberfläche. Dieser Prozess geschieht auf natürliche Weise etwa alle 28 Tage, kann aber durch Pflegeprodukte oder kosmetische Behandlungen unterstützt werden. Ziel der Exfoliation ist es, die Haut zu glätten, verstopfte Poren zu befreien und die Aufnahmefähigkeit für nachfolgende Pflegeprodukte zu verbessern1.

Exfoliation gehört zu den ältesten Praktiken der Hautpflege: Schon im alten Ägypten nutzte man Milch (mit Milchsäure) oder feinen Sand, um die Haut zu verfeinern. Heute unterscheidet man zwischen mechanischem Peeling, chemischem Peeling und enzymatischer Exfoliation – jede Methode hat ihre eigenen Vorzüge und Anwendungsbereiche.

Warum ist Exfoliation wichtig?

Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich der natürliche Erneuerungsprozess der Haut. Abgestorbene Zellen lagern sich länger auf der Hautoberfläche ab, was zu einem fahlen Teint, rauer Struktur und verstopften Poren führen kann. Regelmäßige, sanfte Exfoliation kann diese Prozesse ausgleichen und bietet zahlreiche Vorteile:

  • Glattere Hautoberfläche: Verhornungen und raue Stellen werden reduziert.
  • Gleichmäßiger Teint: Pigmentflecken und Aknenarben können gemildert werden.
  • Weniger Unreinheiten: Verstopfte Poren, Mitesser und Pickel werden vorgebeugt.
  • Bessere Wirkstoffaufnahme: Seren und Cremes können tiefer in die Haut eindringen.
  • Anti-Aging-Effekt: Durch die Anregung der Zellerneuerung wirkt die Haut jünger und frischer2.

Arten der Exfoliation

1. Mechanisches Peeling

Hierbei werden kleine Partikel (z. B. Jojobaperlen, gemahlene Aprikosenkerne oder Mikrokügelchen) verwendet, um abgestorbene Hautschüppchen mechanisch abzutragen. Diese Methode sorgt für ein sofortiges Gefühl von glatter Haut, birgt jedoch das Risiko von Mikroverletzungen, wenn zu stark gerubbelt wird. Besonders bei sensibler Haut sollte man vorsichtig sein3.

2. Chemisches Peeling

Chemische Peelings nutzen Säuren, um die Verbindung abgestorbener Hautzellen zu lösen. Dabei unterscheidet man:

  • AHA (Alpha-Hydroxysäuren): z. B. Glykolsäure oder Milchsäure – wirken feuchtigkeitsspendend und sind ideal bei trockener, reifer Haut.
  • BHA (Beta-Hydroxysäuren): Salicylsäure – wirkt fettlöslich und besonders effektiv bei unreiner, öliger Haut.
  • PHA (Polyhydroxysäuren): z. B. Gluconolacton – sanfter, auch für empfindliche Haut geeignet.

Je nach Konzentration sind chemische Peelings als frei verkäufliche Produkte (meist 2–10 %) oder als professionelle Behandlungen beim Dermatologen (bis zu 70 %) erhältlich4.

3. Enzymatische Exfoliation

Enzyme aus Papaya (Papain), Ananas (Bromelain) oder Kürbis lösen sanft die Proteinstrukturen, die abgestorbene Hautzellen zusammenhalten. Diese Methode ist besonders mild und auch für sehr empfindliche Hauttypen geeignet5.

Wie oft sollte man exfolieren?

Die Häufigkeit hängt vom Hauttyp und der Methode ab:

  • Normale Haut: 1–2 Mal pro Woche (mechanisch oder chemisch)
  • Empfindliche Haut: 1 Mal pro Woche, bevorzugt enzymatisch oder mit milden PHAs
  • Fettige/unreine Haut: 2–3 Mal pro Woche, z. B. mit BHA
  • Reife Haut: Regelmäßige, sanfte Exfoliation mit AHAs kann die Hauterneuerung anregen

Wichtig: Übermäßiges Peeling kann die Hautbarriere schwächen, zu Rötungen und Irritationen führen und im schlimmsten Fall Hautprobleme verstärken6.

Exfoliation und Sonnenschutz

Nach jeder Exfoliation ist die Haut empfindlicher gegenüber UV-Strahlen. Ein täglicher Sonnenschutz mit mindestens SPF 30 ist daher Pflicht, um Hautschäden und Pigmentflecken zu vermeiden7.

Tipps für die richtige Anwendung

  • Exfoliation abends durchführen, da sich die Haut über Nacht regeneriert.
  • Nie mehrere Peelings gleichzeitig kombinieren (z. B. AHA + BHA + Retinol), da dies die Haut überfordert.
  • Nach dem Peeling immer eine feuchtigkeitsspendende Pflege oder ein beruhigendes Serum verwenden.
  • Bei Hautkrankheiten wie Rosazea oder Ekzemen sollte Exfoliation nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen.

Fazit

Exfoliation ist ein zentraler Bestandteil moderner Hautpflege. Ob mechanisch, chemisch oder enzymatisch – die richtige Methode bringt Frische, Klarheit und Strahlkraft in den Teint. Entscheidend ist die individuelle Anpassung an Hauttyp und -zustand, um langfristig von den Vorteilen zu profitieren, ohne die Haut zu reizen.

Besonders in der Naturkosmetik finden sich heute hochwirksame, aber sanfte Exfoliationsprodukte, die wissenschaftlich geprüfte Inhaltsstoffe nutzen und zugleich die Hautbarriere respektieren.

Quellenangaben

  1. American Academy of Dermatology – Exfoliation basics: https://www.aad.org/public/everyday-care/skin-care-basics/care/exfoliation
  2. Harvard Health Publishing – Benefits and risks of exfoliating: https://www.health.harvard.edu/staying-healthy/exfoliation-friend-or-foe
  3. Cleveland Clinic – Mechanical vs. chemical exfoliation: https://my.clevelandclinic.org/health/articles/21847-exfoliation
  4. Journal of the American Academy of Dermatology – Chemical peels in dermatology: https://www.jaad.org/article/S0190-9622(11)01910-2/fulltext
  5. DermNet NZ – Enzyme exfoliation: https://dermnetnz.org/topics/exfoliants
  6. Mayo Clinic – Skin care routine and risks of over-exfoliating: https://www.mayoclinic.org/healthy-lifestyle/adult-health/in-depth/skin-care/art-20048237
  7. Skin Cancer Foundation – Sun protection after exfoliation: https://www.skincancer.org/healthy-lifestyle/skin-care/safe-exfoliation-and-sun